FUNKENDE STEINE

FUNKENDE STEINE

iBeacon weist uns den Weg 

VON ALEXANDRA KAHYAOGLU

(Veröffentlicht in Das Produktkulturmagazin Ausgabe 2 2014)

Apple hat mit iBeacon, was übersetzt so viel wie Leuchtfeuer bedeutet, eine neue Technologie eingeführt, die unser Leben in allen möglichen Bereichen beeinflussen könnte. Diese basiert auf Bluetooth Low Energy (BLE), bei der Funksignale von einem Sender ausgehend dauerhaft übermittelt werden können. Kommt ein Smartphone in die Reichweite der Signale, empfängt es diese und wandelt sie in entsprechende Informationen um. Das polnische Unternehmen Estimote hat diese Technologie für sich entdeckt und für die Sender schicke Hüllen designt, die an allen möglichen Orten problemlos haften und an bunte Steine erinnern.

In Amerika haben bereits einige Händler ihre Shops mit iBeacon ausgestattet. Auch in Deutschland läuft hierzu gerade ein Pilotprojekt. Die dazugehörige App heißt „Shopnow“ und wurde von Axel Springer IdeAS, einem Tochterunternehmen des Konzerns Axel Springer, entwickelt. Insgesamt 200 Geschäfte haben sich an diesem Pilotprojekt beteiligt, bei dem sich Kunden beim Betreten des jeweiligen Stores via BLE automatisch registrieren und entsprechend Bonuspunkte gutgeschrieben bekommen. Zusätzlich können beim Kauf bereits beworbener Produkte Bonussterne gesammelt werden, die wiederum gegen attraktive Prämien eingetauscht werden können.

Mithilfe von Beacons und den entsprechenden Apps können demnach alle denkbaren Informationen empfangen und verarbeitet werden. So haben beispielsweise Boutiquenbesitzer die Möglichkeit, Kaufinteressierten sämtliche Informationen zuzuspielen, die die Kaufentscheidung wesentlich beeinflussen, wie Material der Kleidung, verfügbare Größen oder Farbauswahl. Auch im Restaurant wird man „erkannt“ und bekommt die Tageskarte sowie Spezialangebote direkt aufs iPhone geschickt und kann demnach sofort mit der Bestellung loslegen. Der Museumsbesuch gestaltet sich als eine Art Privatführung, bei der sämtliche Informationen über die ausgestellten Werke und Künstler individuell zusammengestellt sind. Es sind sogar Spiele und Rätsel denkbar, die den Museumsbesuch spannender und damit noch attraktiver gestalten. Die hippen Steine können im Supermarkt als Einkaufscoaches zur Verfügung gestellt werden, mit denen man unter anderem spezielle Produkte, wie vegane, laktosefreie oder eiweißreiche Nahrungsmittel, schneller finden kann. Aber auch hier gilt: Nur wer die passende App auf seinem iPhone installiert hat, kann sich diese neue Art des Informationsempfanges zunutze machen. 

Was die Meinungen über das neue Leuchtfeuer betrifft, scheiden sich allerdings die Geister. Während die einen von einer völlig neuen Welt ausgehen, in der wir nun den ganzen Tag Informationen verschiedenster Art und Weise aufnehmen können, meinen die anderen, dass das Leuchtfeuer bald erlöschen könnte, da sich der User für jeden Shop die entsprechende App herunterladen muss. Für kleinere Geschäfte kommt erschwerend hinzu, dass die Entwicklung und Programmierung entsprechender Apps mit relativ hohen Kosten verbunden ist. Setzt sich die neue Technologie durch, steht es jedem offen, die Beacons, deren Batterie übrigens lediglich alle zwei Jahre gewechselt werden muss, für seine individuellen Bedürfnisse zu nutzen. Doch in einem Punkt sind sich wahrscheinlich die meisten User einig – hübsch anzusehen sind die Beacons von Estimote allemal.

estimote.com

Picture credits © estimote


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